#sbsmTaalk Podiumsdiskussion video
Über die Autoren
#sbsmTaalk – im Angesicht der Komplexität
Am Donnerstag, dem 27. März 2012 ging der dritte #sbsmTaalk über die Bühne der Verlagsbuchhandlung, eine Podiumsdiskussion mit einer sehr interessanten Runde. Eine Nationalratsabgeordnete der SPÖ, ein Politikwissenschaftler, eine freie Journalistin und der Netzaktivist und Bildungswissenschaftler. Diskutiert wurde «Über Echokammern, kalte und heiße Institutionen» (so lautete der Untertitel der Diskussion).
Die Video-Aufzeichnung der Veranstaltung steht hiermit zur Verfügung.
Vorher noch Hinweise zu vorangegangenen und weiterführenden Blogeinträgen: Im Aviso zum 3. #sbsmTaalk die Infos zur Besetzung des Podiums und etwas zur Vorgeschichte der Themensetzung. Zwei Einträge zu Echokammern sowie zu kalten und heißen Institutionen haben sich im Vorfeld diesen Begriffen gewidmet. Ein Eintrag skizzierte, was mit der Komplexität gemeint ist, der wir uns als Aktivist_innen gegenüber sehen und der wir uns im dritten #sbsmTaalk widmen wollten.
Einen Bericht von der Diskussion gibt es ebenfalls schon, nämlich die Dokumentation der Twitter-Live-Kommunikation während der Veranstaltung samt weiterführender Links.
Die Aufzeichnung gibt es so wie alle anderen Veranstaltung in unserem youtube-Kanal (siehe das gelbe YouTube-Icon rechts in der Menüleiste) und außerdem auf ichmachpolitik.at (dort inklusive 5 Minuten mehr, die hier am Beginn der Begrüßung ausgelassen sind).
Aufzeichnung, Dieter Segert, Echokammern, Fachbuchhandlung, Filter Bubble, Guido Brombach, ichmachpolitik.at, Institutionen, Lisa Mayr, Live-Stream, ÖGB Verlag, Sonja Ablinger, Twitter


Ich sehe Filter Bubble und Echo Chamber als zwei verwandte, aber getrennt zu betrachtende Phänomene.
Filter Bubbles als technische Gegebenheit, wie von Guido erwähnt -- Google Results etc., sehe ich als wesentlich unsichtbarer für die Netzbenutzerin als Echo Chambers.
Nicht nur unsichtbarer sondern oft auch unfreiwilliger -- soll ich mich jetzt jedesmal von Gmail abmelden wenn ich eine Suche auf Google absetze? Wenn ich meiner Bubble entkommen will schon, allerdings ist der Aufwand verhältnismässig hoch.
Echo Chambers, speziell auf Twitter (siehe Präsentation von Thomas Pfeiffer unten), entstehen ja eher durch bewusst geknüpfte Kontakte (Follower/Friend -- wobei ich da von meinem Verhalten ausgehe, ich folge/entfolge recht oft um meine Informationsaufnahme zu tunen).
Die Echokammern sehe ich eher als Artefakt einer kognitiven Verzerrung, nämlich des confirmation bias (auf Deutsch Bestätigungsfehler, der englische Wikipedia Artikel ist allerdings wesentlich detaillierter).
Einer solchen Verzerrung zu entkommen verlangt wesentlich mehr Aufwand. Da reicht es nicht einen Dienst abzumelden, da müssen bewusst psychologische Barrieren erkannt und durchbrochen werden.
Klingt jetzt bissl dramatischer als es ist, aber ich glaube es ist einfacher eine technische Barriere aufzuzeigen und evtl. auch technisch zu umgehen (muss ja nicht selbst gemacht sein, kann auch mittels zur Verfügung gestelltem Werkzeug passieren) als für sich selber einen Modus zu entwickeln wie man seine eigene Echo Chamber verlässt.
Wobei wir ja eh alle gleichzeitig in mehreren Kammern gleichzeitig sind, etc. Wollte nur die psychologische Komponente der Echo Chamber aufzeigen.